So, brav 8 Stunden geschlafen und seit 5:00 Uhr morgens im Bett gelegen - Jetlag lässt grüßen. Es ist jetzt 7:20 Uhr und es wird langsam hell. Draussen scheint aber schon länger allerhand los zu sein. Um 10:00 Uhr will Omar anrufen um die nächsten Tage zu besprechen. So wie ich das verstanden habe soll ich am Mittwoch meine Präsentation halten.
Der Ersteindruck vom Zimmer, bzw. der gesamten Casa Particular, ist überraschend gut! Sehr hohe Decken, 2 Ventilatoren, Klimaanlage und den üblichen Kram den man sonst auch so hat.

Das Bett ist leider leider etwas zu kurz geraten, also hab ich mich einfach quer über beide gelegt.

An den Nachgeschmack des Wassers muss man sich auf jeden Fall erstmal gewöhnen; das ist zwar abgekocht, aber irgendwie merkwürdig im Abgang ;).
-
Habe gerade lecker gefrühstückt. Es gab ein großes Brötchen, aber nicht wie die in Deutschland, sondern eher wie auch die Holländer sie haben; Aussehen und Konsistenz wie ein Milchbrötchen, Geschmacklich aber normal und gut. Dazu gab es Käse und Tomaten, eine Schale mit Ananas-Stückchen, Kaffee, ein Obst-Milch-Mix-Getränk (natürlich selber gemacht) und Wasser. Fazit: Ich bin sehr lecker sehr satt geworden! Der Kaffee wird hier sehr süß getrunken, musste zwischendurch echt mal ins Brötchen beißen. Aber ich befinde mich halt im Land des Zuckers und vielleicht gewöhne ich mich ja auch daran.
Bei einem Blick aus dem Küchenfenster meine ich einen Kolibri gesehen zu haben, der war aber genauso schnell wieder weg wie ich ihn erspäht habe.
-
Omar hat sich pünktlich um 10:00 Uhr gemeldet und gesagt, dass er morgen um 15:00 Uhr bei Lucy sein wird um mir ein wenig Havanna zu zeigen und einen Crashkurs in Sachen Busfahren zu verpassen. Kurz nach dem Telefonat hab ich mich jedoch dazu entschlossen schon mal auf eigene Faust die "nähere" Umgebung zu erkunden. Ein Fazit des Tages schon einmal vorweg: Wenn man in der 'Karibik ist und vorher in Deutschland über mehrere Wochen Minustemperaturen gewöhnt ist; sollte man besser etwas mehr Sonnenschutz auftragen.
Ich hab mir also meinen Rucksack umgeschnallt und bin einfach drauf los. An dieser Stelle vielen Dank an MarcoPolo, die anscheinend vergessen haben die Strassen in ihrem Reiseführer so zu beschriften, wie das vor Ort der Fall ist. Naja, halb so schlimm - hab ja Zeit ;).
Mein erstes Ziel (wohlbemerkt eher zufällig) war der Plaza de la Revolucion mit dem riesigen "Obelisken" (ist eigentlich gar keiner, soll aber wohl für's Auge einer sein) und der José Marti Statue.


Jetzt kommt die Situation die passieren musste (Gruß an Vicky) - in die falsche Richtung gelaufen und das garnicht mal so unweit. Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass ich zumindest schon einmal in einem Ghetto von Havanna mit Hütten aus Wellblech usw. war. Daraufhin habe ich versucht die Richtung zu wechseln bis ich endlich auf einer Straße (Paseo) war, die zumindest im Reiseführer enthalten war.
Ich bin dieser Straße dann bis zum sogenannten Malecón gefolgt. Das ist die "Uferpromenade" von Havanna, wo sich abends wohl die halbe Stadt trifft. dort habe ich Rast gemacht, einige Photos geschossen und bin dann den Malecón ostwärst entlang gegangen.

Es ist beeindruckend wie klar das Wasser selbst an dieser tiefen Stelle ist.

Da ich mittlerweile bei gefühlten 48°C (waren wohl 30°C) ca. 3 Stunden unterwegs war, fasste ich wieder das eigentliche Ziel meiner kleinen Erkundungstour ins Auge: Geld wechseln. Die größte Straße (23, genannt: La Rampa) also hoch und runter.

Schliesslich habe ich dann eine Bank gefunden, in welcher ich jedoch kein Geld abheben konnte o_0. Die freundliche Dame am Schalter hat mir aber netterweise in einem Spanisch-Englisch-Mix mit Händen und Füssen erklärt wo ich einen Geldautomaten finde. Dort angekommen musste ich leider feststellen, dass sehr viele andere Leute anscheinend die selbe Idee hatten und dringend Geld wechseln mussten. Nach ca. 25 Minuten Wartezeit (Mein Vater wäre wohl beim Warten vor Wut explodiert, wenn man bedenkt wieviel Zeit die sich alle so lassen) war ich dann endlich an der Reihe. Hat auch super geklappt bis auf die 11% Wechselgebühr die der Automat haben wollte. Aber man wird hier auf keinen Fall beim Geldabheben überfallen, da zwei recht stattlich bewaffnete Staatsdiener neben dem Geldautomaten positioniert waren. Nach weiteren 30 Minuten Fußmarsch war ich dann wieder bei Lucy. Kann nun übrigens von mir behaupten, dass ich das Straßennamenprinzip nun verstanden habe.
Als ich dort ankam, saßen Johanna (die deutsche Medizinstudentin die auch hier wohnt), Till (der mit ihr Medizin studiert) und Jorge (ein Spanier der zufälligerweise mit Omar an der CUJAE Universität im selben Büro sitzt) auf der Treppe vor Lucy's Haus. Alle wirklich sehr nett. Johanna hatte mir vor meinem Erkundungsgang schon einige Tipps gegeben. Haben bis gerade eben auf der Terasse gesessen; Sie hat für ihr Medizin-Staatsexamen gelernt und ich habe mir meine ausgedruckte Präsentation nochmal angesehen, die ich diese Woche an der CUJAE Universität halten soll. Gleich gibt es Abendessen, bin schon gespannt.
-
So, es ist nun halb acht und wir sind mit dem Abendessen fertig. Es gab einen großen Salatteller mit Blattsalat, verschiedenen Bohnen, Erbesen, Rote Beete und einer Art Kohl. Quasi gleichzeitig gab es eine dunkle Linsensuppe mit einem Brötchen. Dann gab es ein Stück Schweinefleisch mit gedünsteten Zwiebeln mit Reis und einigen gebratenen Kartoffelecken. Zum Nachtisch haben wir noch etwas Schokoladeneis gegessen. Alles hat super geschmeckt und ich bin "pappsatt". Johanna hat mir erklärt wo und wie ich wohl in Havanna ins Internet komme; das werde ich morgen direkt mal ausprobieren bevor Omar mich abholen kommt. Werde wohl gleich nochmal unter die Dusche springen - nach meiner langen Tour heute stinke ich glaub ich wie ein Iltis ;).
-
Ich hatte mich nun noch etwas auf's Bett gelegt um zu lesen als es wirklich wie aus Eimern anfing zu regnen. Ein richtig starkes Gewitter ist aufgezogen. Zu allem Überfluss habe ich gerade beim schließen der Fenster, da es ein wenig hereinregnete die Alarmanlage ausgelöst. Später sollte sich herausstellen, dass es in dem Haus keine Alarmanlage gibt und das ich das Fenster nur in dem Moment ziemlich heftig zugemacht habe, als draußen die Alarmanlage eines Autos anging ;).
Das Regengeplätscher hört sich eigentlich ganz beruhigend an, wenn das Gedonner vom Gewitter nicht wäre. Ich werde jetzt (21:45 Uhr) versuchen zu schlafen, dann hab ich morgen vielleicht schon das Jetlag hinter mich gebracht.
--
Für Armin (der unbedingt wissen will wer Omar ist): Omar schreibt gerade an seiner PHD Thesis und war letztes Jahr in Köln. Wir planen eine Kooperation. Aus diesem Grunde war ich eben an der CUJAE University und habe dort meine Diplomarbeit vorgestellt. Er wird Mitte April wieder nach Deutschland kommen.